Naturschützer warnen vor zuviel Einsatz von Glyphosat u.a.

Insektensterben (Bienensterben) nimmt dramatische Ausmaße an!

Naturschützer warnen vor zuviel Einsatz von Glyphosat (Pestiziden usw.) in Obstplantagen und Vorgärten die zu „Steinwüsten“ verwandelt werden.

Die Naturfreunde Kettig sind sehr besorgt über die rückläufige Entwicklung der Insektenpopulationen und speziell der Wildbienen.
Wie in diesem Jahr wieder deutlich zu beobachten haben sich bei der Obstblüte nur geringe Mengen an Bestäubern (Bienen/Hummeln) eingefunden.
Viele Obstbauern steuern dieser negativen Entwicklung durch das Aufstellen von Bienenvölkern in ihren Plantagen entgegen. Wie sich dies jedoch mit dem Insektizideinsatz vereinbaren lässt ist allerdings ein Rätsel.
Die Lebensräume der Insekten und die Nahrungsgrundlage für die vielen Wildbienenarten ( über 500 in Deutschland) werden immer geringer.
Auf den Obstplantagen sehen wir unter den Bäumen braune Ödflächen die durch den Einsatz von Glyphosat (Round up) herbeigeführt werden.
Feld- und Zaunränder ebenso.

Leider werden im privaten Bereich auch diese Mittel bedenkenlos verwendet Vorgärten verwandeln sich zunehmend in Geröllhalden und Steinwüsten.
Zum Glück gibt es noch Grünflächen die von dieser Entwicklung verschont bleiben. Sie würden Oasen der Vielfalt darstellen können, wenn nicht zur ungünstigsten Zeit – wenn alles blüht und summt – der Rasenmäher des beauftragten Gartenbetriebes alles abmäht!!

Für die Naturfreunde besteht hier ein dringender Handlungsbedarf sich Gedanken zu machen wie man dieser Entwicklung entgegenwirken kann.
Die Naturfreunde fordern daher von den zuständigen Städten und Ortsgemeinden eine naturverträglichere Bewirtschaftung und Pflege öffentlicher Grünflächen.
Die Bewirtschaftung von Grünflächen zur ökologischen Aufwertung erfordert einabgestimmtes Mähmanagement. Oft ist es ausreichend, einmal jährlich zu mähen.

Durch zu hohem Nährstoffgehalt des Bodens ist oft auch eine 2-schürige Mahd erforderlich da der Aufwuchs ansonsten zu hoch wird.
Die extensive Bewirtschaftung öffentlicher Grünflächen ist zudem sicherlich kostengünstiger. Wichtiger ist es jedoch dass die Gemeinde hier ein positives Beispiel zum Naturschutz gibt und einen Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität leistet.
Die Naturfreunde Kettig sind gerne bereit mit Rat und Tat behilflich zu sein
um ein wenig mehr Naturverständnis in der Bevölkerung zu bewirken.
Die Pflege der 12000 qm großen Streuobstwiesen in Kettig zum Erhalt der Biologischen Vielfalt und der alten regional – typischen Hochstamm Obstbäume sind hier positiv zu erwähnen. Die Art und Weise der Unternutzung der Streuobstwiesen ist für die Entwicklung einer artenreichen Pflanzen- und Tierlebensgemeinschaft besonders wichtig.
Günstig wirken sich extensiv gepflegte Wiesen aus, auf denen sich bis zu 3.000 Tierarten, besonders Insekten, nachweisen lassen.
Eine extensive Bewirtschaftung einer Streuobstwiese bedeutet:
Kein Pestizideinsatz (keine Fungizide, keine Insektizide), keine Herbizideinsatz (Unkraut- oder besser Wildkräutervernichtungsmittel), einmalige Mahd nach der Wildkräuterblühte, Beseitigung des Mähgutes, kein Düngemitteleinsatz.
Unsere Kräuter, Vogelstimmen- und Pilzwanderungen führen wir hier gerne als weitere Beispiele auf.

Einladung zum Aktionstag der NaturFreunde in Büchel | 10. Juni 2018

Liebe NaturFreundinnen und NaturFreunde,

wie im letzten Jahr werden die NaturFreunde auch 2018 an der Aktion „20 Wochen gegen 20 Atombomben“ in Büchel teilnehmen und den 10. Juni (Sonntag) gestalten.

Es wäre sehr schön, wenn wir als NaturFreunde gerade mit unserer sehr breit angelegten Kulturarbeit dort ein Zeichen für den Frieden setzen können. Ob mit Lesung oder kurzem Theaterstück, Lieder oder Tanz, Mandolinenorchester oder Gitarren, Chor oder Musik – mit euren zahlreichen Kulturaktivitäten, die sich hier nicht abschließend aufzählen lassen, können wir ein Kulturprogramm als Zeichen für eine friedliche Welt ohne Atomwaffen gemeinsam auf die Beine stellen. Und damit alles entsprechend dokumentiert wird, wäre es sehr schön, wenn auch unsere NaturFreunde-Fotografen vor Ort wären. Auch sind Helfer zur Essensausgabe oder Getränkeausgabe willkommen.

Daher die Frage an euch als NaturFreunde oder jede andere befreundete Organisation/Verein, ob ihr euch bzw. eure Ortsgruppe oder Kulturaktiven mit einem Kulturbeitrag am NaturFreunde-Aktionstag in Büchel beteiligen wollt und könnt. Für Verpflegung vor Ort wird dankenswerterweise durch die OG Frankenthal gesorgt.

Wenn ihr gerne mitmachen wollt oder Fragen habt, meldet euch bitte bei Jana Pittelkow, Mitarbeiterin in der Bundesgeschäftsstelle, unter pittelkow@naturfreunde.de oder (030) 29 77 32 -89.

Hintergrundinformationen zur Aktion findet ihr im Argumentationspapier „Die NaturFreunde fordern: Atomwaffen ächten – Atomwaffenstandort Büchel schließen“, das 2017 anlässlich der damaligen NaturFreunde-Aktion in Büchel erstellt wurde.

Besten Dank für euer Engagement im Voraus und ein herzliches

„Berg frei!“

Janeta Mileva
Bundesfachbereichsleiterin Kultur und Bildung

NaturFreunde Deutschlands e.V.
Bundesgeschäftsstelle
Warschauer Str. 58a/59a
10243 Berlin
Tel. (030) 29 77 32-60
Fax (030) 29 77 32-80

Wir Kettiger Naturfreunde nehmen teil, sind aber noch Mitfahrgelegenheiten da.
Kosten werden vom Verein übernommen z.B Sprit.

Anmeldungen zur Teilnahme bitte bei der OG Kettig unter 02637 8914 oder naturfreunde-kettig@gmx.de

2. Kräuterwanderung in Kettig fand großes Interesse

Bei der 2. Kräuterwanderung unter der Leitung von Kräuterpädagogin Frau
Katharina Kindgen von der NABU trafen sich im Landschaftsschutzgebiet Kettiger Bachtal über 30 Interessierte Natur und Kräuterfreunde. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden der Kettiger Naturfreunde Oliver Hartmann, konnte Frau Kindgen den Teilnehmern nach einer kleinen theoretischen Einleitung eine Vielzahl von Kräutern auf der Kurzen Strecke am Ortsrand von Kettig zeigen. Vorbei an der Streuobstwiese am Keudelsweg mit vielen Gänseblümchen welche zu den Korbblütengewächs gehören und essbar sind. Auch die Vogelmiere gibt es das ganze Jahr und ist sehr gesund. Sie hilft bei Hautentzündungen und beruhigt die Haut. Doch Vorsicht ist geboten so Frau Kindgen, nur wenn sie Weiß blühen, sind es die richtigen. Wenn sie nicht blühen oder gar in Rot sind es Finger-Weg Pflanzen und können durchaus giftig sein. Die Kräuterexpertin aus dem Westerwald verwies darauf das viele Kräuter und Pflanzenarten essbar sind und grade in früheren Zeiten oft gegessen wurden. Das Kletterlabkraut das an der Haut und Kleidung kleben bleibt, bildet nur bis zur Sommersonnwende Samen und ist auch essbar. Das verwandte Duftlabkraut hingegen ist wegen der intensiven Landwirtschaft und den Pestiziden fast ausgerottet. Der Lerchensporn hingegen ist giftig und gehört zu den Waldpflanzen. Er blüht weiß oder lila. Der Ahornstab zieht mit seinen Urinduft die Fliegen an und sperrt sie 24 Stunden in seiner Blüte ein bevor er sie dann weiter fliegen lässt. Das Hungerblümchen ist gut gegen Schmerzen im Rücken oder Arme und Beine, erklärt die Kräuterexpertin aus dem Westerwald. Essbar sind auch der Weiß und Schwarzdorn. Wiesenbärenklau wird häufig als Hasenfutter verwendet.
Weiter über die Elmar-Hillesheim Wiese trug Frau Kindgen bei den Kräuterfreunden zwischendurch heitere Gedichte von Heinz Erhardt vor was zur allgemeinen Aufheiterung beitrug. Auch der Wilde Hopfen, dem nachgesagt wird das Sexuelle Verlangen zu vermindern, und dieser somit oft in Klöstern verwand wurde zum Bier brauen wurde am Wegesrand gefunden. Frau Kindgen informierte die sehr interessierten Teilnehmer darüber das um 1 Kg Honig zu bekommen eine Biene 125000 Blumen anfliegen muss mit 25 Millionen Einzelblüten. Die Biene sei das wichtigste Insekt/ Tier der Erde, wenn sie ausstirbt – stirbt etwas später auch der Mensch, so die Kräuterbiologin. Frau Kindgen hätte noch viele weitere Kräuter auf dem recht kurzen Stück zw. Anne Frank Schule und Elmar Hillesheim Wiese zeigen und erklären können, doch aus zeitlichen Gründen musste man zum Abschluss kommen. Herr Hartmann bedankte sich bei der Expertin Frau Kindgen für ihre sehr informative und höchst Interessante Einführung in die sehr vielfältige und schöne Welt der Kräutern und Pflanzen die leider oft als „Unkraut“ verunglimpft werden.
Herr Hartmann verwies auf die nächste Kräuterexpedition der Naturfreunde am 21. Juli auf der Schmidtenhöhe in Koblenz dass die NABU als offene Weidenlandschaft bewirtschaftet und pflegt.

Naturfreunde beim Antrittsbesuch des Bundespräsidenten

Bundespräsident empfängt Ehrenamtliche aus Umwelt und Naturschutz

Wissen/Kettig: Bei dem Antrittsbesuch des Bundespräsidenten Herrn Frank-Walter Steinmeier in Rheinland Pfalz, konnte die Gastgeberin und Ministerpräsidentin des Landes Rheinland Pfalz Frau Malu Dreyer Ca 300 geladene Gäste aus den Bereich Natur- und Umweltschutz in einer alten Walzwerkfabrik in Wissen an der Sieg, das zu einem Kulturzentrum umgebaut wurde, herzlich begrüßen.
Bei einem Kulturellen Rahmenprogramm wurden Tanzdarbietungen und verschiedene Bands und ein Chor geboten, neben Fingerfood und Sekt.
Bei der Rede des Bundespräsidenten Herr Steinmeier begrüßte dieser mit großer Freude die anwesenden Gäste aus dem Natur- und Umweltschutz.
Unter anderem waren verschiedene Ortsverbände aus der näheren Umgebung von der Nabu anwesend mit einem Infostand aber auch Vertreter der Naturfreunde Deutschlands und anderen Umweltschutzverbänden.
Herr Steinmeier dankte allen sehr für ihren tollen Einsatz und dem Engagement zu erhalt unsere Erde, grade in Zeiten des nicht mehr aufzuhaltenden Klimawandels.
Der Bundespräsident berichtete über seine Rundreise durch Rheinland-Pfalz, angefangen in der Mainzer Staatskanzlei zum Hambacher Schloß und zum Abschluss nach Wissen in den Norden von RLP. In Rheinland Pfalz sei jeder zweite Ehrenamtlich tätig, das ist das größte ehrenamtliche Engagement in ganz Deutschland, so der Präsident.
So waren auch die Naturfreunde aus Kettig eingeladen und deren Vorsitzender Oliver Hartmann nutze die günstige Gelegenheit dem Bundespräsidenten und seiner Frau Elke Büdenbender persönlich ein Schriftstück zu überreichen, in dem er sein Anliegen zur Unterstützung einer Flüchtlingsfamilie zum Ausdruck brachte. Der Bundespräsident nahm dies dankend entgegen bevor er dann seinen Rundgang zu den Infoständen fortsetzte.

Bündnis Klimaschutz Mittelrhein verstärkt Zusammenarbeit

Vertreter von diversen Mitgliedsorganisationen (u.a. Neuwieder Umweltschutz e.V.,  BUND Koblenz,  Verein für Elektromobilität Anhausen-Meinborn e.V.,  NaturFreunde Kettig e.V.,  Bendorfer Umweltinitiative (gegen das AKW Mülheim-Kärlich) informierten über geplante Veranstaltungen:

Am 5. Mai findet in Mainz ein prominent besetztes Energiewende-Symposium statt, das der BUND organisiert. Am 3. Juni führt die Verbandsgemeinde Kastellaun ihre Umweltschutz-Tage durch. Am 25./26. August finden in Kurtscheid die Verbandsgemeinde-Tage Rengsdorf-Waldbreitbach statt, an denen sich der Verein für Elektromobilität beteiligen wird. Der Verein bietet die Möglichkeit an, Probefahrten mit Elektroautos zu machen. Für die zweite Augusthälfte wird das Bündnis einen Info-Abend zu Plug-in-Solarmodulen organisieren. Ziel ist, eine Möglichkeit der Solarenergie-Nutzung für Jedermann, auch in Mietwohnungen, vorzustellen. Möglichst noch vor der Sommerpause will der Neuwieder Umweltschutz e.V ihr zehnjähriges Bestehen feiern und diese Gelegenheit nutzen, um für ihre Umweltschutz-Arbeit zu werben. Die Naturfreunde bieten am 14. April eine Kräuterwanderung im Kettiger Bachtal an. Für die zweite Oktoberhälfte plant das Klimaschutz-Bündnis wieder eine Klimatour – möglichst per Fahrrad, um auf den Klimagipfel in Kattowitz aufmerksam zu machen.
Intensiv erörtert wurde die Feinstaub-Problematik, insbesondere in den Städten Neuwied und Koblenz. In diesem Bereich will man den Informationsaustausch verstärken und künftig noch enger zusammen arbeiten.

Feier zum Internationalen Frauentag in Kettig

Zum 107 mal Jährt sich in diesem Jahr das Textilarbeiterrinnen aus der USA 1911 auf die Straße gingen und zum ersten mal für Ihre Rechte kämpften. Beim der Jährlichen Veranstaltung zum Internationalen Frauentag der Kettiger NaturFreunde konnten wieder überwiegend weibliche Gäste bei Kaffee und Kuchen die angereisten Frauen aus nah und
fern mit einem Vortrag über 100 Jahre Wahlrecht für Frauen von Elisabeth Mohrs nachdenklichen stimmen und informierten.
Frau Mohrs berichtete von Frauen aus heutiger Zeit, die leider immer noch weltweit aber auch hier bei uns in Deutschland benachteiligt sind im Beruf und Privat. In einer kleinen Chronologie konnte Mohrs den Zuhörerinnen anschaulich darstellen wie spät in der Welt und Europa Frauen das Wahl- und Mitbestimmungsrecht bekamen. In Deutschland wurde dies erst 1918 möglich und in der Schweiz gar erst seit 1971. In manchen Ländern dürfen Frauen heute noch nicht wählen.
So waren auch eine Familie der Roma aus Serbien nach Kettig gekommen und die stellvertretende Vorsitzende der Naturfreunde Kettig Jasminka Strempel berichtete erschütternde Tatsachen aus dem Leben der Roma, vor allem der Frauen in Serbien und auf dem gesamten Balkan. Grade in den Balkanstaaten wie Serbien, Kosovo, Bosnien, Albanien oder Mazedonien werden Frauen und Mädchen immer noch misshandelt und regelrecht versklavt. Die meisten Menschen die aus diesen Ländern zu uns kommen sind Roma. Ihre Chancen auf Asyl sind sehr gering weil diese Länder als sichere Herkunftsländer gelten. Zwangsheirat mit 12 Jahren, sexuelle Misshandlungen, Menschenhandel wo die ältesten der Familie die Frauen und Mädchen ohne Einwilligung der Eltern verkauft und begutachtet werden, und von willigen Männern gegen ihren Willen zum Sex und Sklavenarbeit gezwungen werden, sollen wirklich dort sicher sein ?, so fragten viele entsetzt. Im Alltag werden diese Roma wie staatenlose behandelt, haben keinerlei Rechte. Die medizinische Versorgung ist kaum vorhanden da es keine Krankenversicherung gibt. Korruption, sehr wenig Hilfe vom Staat, Gewalt, Terror und große Armut bestimmen das Leben der meisten Roma in den Balkanländern. In Zelten und Baracken am Rande der Großstädte hausen diese ohne Strom, Heizung genügend Wasser oder eine bezahlte Arbeit. Viele Frauen werden wenn Sie dem Terror entfliehen mit dem Tode bedroht und von der Familie verbannt oder ermordet. Diese Menschen haben keine Lebensperspektive in ihren Heimatländern wo zwar kein Krieg herrscht aber auch keine Zukunft um dort in Würde leben zu können. Sie haben nur eine Chance wenn sie ihr Land verlassen und bei uns ein neues und lebenswertes besseres Leben für die Frauen, Mädchen und Kinder bekommen können. Unser Appell, so Frau Strempel, die seit Jahren Flüchtlingsfamilien betreut und ihnen hilft, geht an die Politik wo nicht das Wohl der Menschen und ihre Not im Blickpunkt steht sondern wirtschaftliche Interessen, und ein Alibi um keine weiteren Flüchtlinge mehr aufnehmen zu müssen, obwohl wir laut Grundgesetz verpflichtet sind Menschen die in Not sind aufzunehmen und ihnen Asyl zu gewähren. Wo bleibt da die Menschlichkeit und Toleranz gegenüber unseren Mitmenschen wenn wir die ärmsten der Armen weiter ausgrenzen und abschieben, und deren Länder als „Sicher“ einstufen, und somit den Hetzern von Rechts und ihrer Angstmacherei vor Überfremdung nachgeben. Der mit abstand jüngste männliche Teilnehmer der 5 Monate alte Elvin begeisterte die Damen mit seinen großen schönen Augen. Am Schluss der Veranstaltung gab es für alle Frauen der Feier noch eine rote Nelke als Zeichen der Solidarität und des Dankes.

Roma Frauen – mit dem Tode bedroht und trotzdem abgeschoben

Frauen und Mädchen werden weiter diskriminiert

Am 08. März ist wieder der Internationale Frauentag der vor über 100 Jahren in den USA seinen Anfang nahm und Arbeiterfrauen auf die Straße gingen und für ihre Rechte kämpften.
Seither hat sich viel getan auch in Europa? Nein eben nicht grade in den Balkanstaaten wie Serbien, Kosovo, Bosnien, Albanien oder Mazedonien werden Frauen und Mädchen immer noch misshandelt und regelrecht versklavt. Die meisten Menschen die aus diesen Ländern zu uns kommen sind Roma. Ihre Chancen auf Asyl sind sehr gering weil diese Länder als sichere Herkunftsländer gelten. Zwangsheirat mit 12 Jahren, sexuelle Misshandlungen, Menschenhandel wo die ältesten der Familie die Frauen und Mädchen ohne Einwilligung der Eltern verkauft und begutachtet werden, und von willigen Männern gegen ihren Willen zum Sex und Sklavenarbeit gezwungen werden, sollen wirklich dort sicher sein??? Im Alltag werden diese Roma wie staatenlose behandelt, haben keinerlei Rechte. Die medizinische Versorgung ist kaum vorhanden da es keine Krankenversicherung gibt. Korruption, sehr wenig Hilfe vom Staat, Gewalt, Terror und große Armut bestimmen das Leben der meisten Roma in den Balkanländern. In Zelten und Baracken am Rande der Großstädte hausen diese ohne Strom, Heizung genügend Wasser oder eine bezahlte Arbeit. Viele Frauen werden wenn Sie dem Terror entfliehen mit dem Tode bedroht und von der Familie verbannt oder ermordet. Diese Menschen haben keine Lebensperspektive in ihren Heimatländern wo zwar kein Krieg herrscht aber auch keine Zukunft um dort in Würde leben zu können.
Sie haben nur eine Chance wenn sie ihr Land verlassen und bei uns ein neues und lebenswertes besseres Leben für die Frauen, Mädchen und Kinder bekommen können.
Unser Appell geht an die Politik wo nicht das Wohl der Menschen und ihre Not im Blickpunkt steht sondern wirtschaftliche Interessen, und ein Alibi keine weiteren Flüchtlinge mehr aufnehmen zu müssen, obwohl wir laut Grundgesetz verpflichtet sind Menschen die in Not sind aufzunehmen und ihnen Asyl zu gewähren. Wo bleibt da die Menschlichkeit und Toleranz gegenüber unseren Mitmenschen wenn wir die ärmsten der Armen weiter ausgrenzen und abschieben, und deren Länder als „Sicher“ einstufen, und somit den Hetzern von Rechts und ihrer Angstmacherei vor Überfremdung nachgeben.
Die Kettiger Naturfreunde laden Sie herzlich am 10. März zum Internationalen Frauentag in Kettig im Vereinshaus ein, wo eine Roma Frau von ihrer Heimat berichtet und es Infos über 100 Jahre Wahlrecht für Frauen gibt.

Mitgliederversammlung der NaturFreunde Kettig

Halb offene Weidenlandschaft Schmidtenhöhe stieß auf großes Interesse

Bei der diesjährigen Mitgliederversammlung der NaturFreunde Kettig begrüßte
zunächst der Vorsitzende Oliver Hartmann alle Mitglieder und Freunde aber auch einige
Interessierte Gäste und Ehrengäste. Besonders konnten sich die Versammlungsteilnehmer über den Besuch des 1. Beigeordneten der Verbandsgemeinde Weißenthurm Herrn Thomas Przybylla freuen.
Nach dem die Beschlussfähigkeit der Versammlung festgestellt, und der Toten gedacht wurde, konnte der zukünftige VG Bürgermeister in seinem Grußwort glaubhaft darlegen welche Ziele und Vorstellungen er zum Thema Natur und Umweltschutz hat.
Dazu ging er ausführlich auf das integrierte Klimaschutzkonzept der VG Weißenthurm ein, und versprach mit anschaulichen Beispielen dieses in seiner Amtszeit als Bürgermeister auf den Weg bringen und umsetzten zu wollen. Herr Hartmann bedankte sich beim Beigeordneten Thomas Przybylla für die interessanten Informationen zu diesem Thema und ging dann in seinem Rechenschaftsbericht auf die unerfreulichen politischen Ereignisse und Entwicklungen des Jahres 2017 ein. Der Vorsitzende Hartmann machte in seinem Rückblick nochmals deutlich wie wichtig es sei, dem Rechtspopulisten, Nationalisten und Extremisten aller Art entgegenzutreten, diese Entwicklung mit Aufklärung zu stoppen und ihnen somit den Wind aus den Segeln zu nehmen. Weiter berichtete er von der Teilnahme an verschiedenen Aktionen, um den Unmut und den Protest gegen die aufgeweichten Klimaschutzziele der Großen Koalition in einem offenen Brief an verschiedene Bundestagsabgeordnete von SPD und CDU zu zeigen. Bei den Vereinstätigkeiten wurde dann wieder von vielen Veranstaltungen berichtet und die Aufmerksamkeit der Mitglieder und Freunde erbeten. Angefangen bei der Feier zum Internationalen Frauentag im März, der Teilnahme am 30. Bundeskongress der Naturfreunde in Nürnberg, die 26. Vogelstimmenwanderung erstmals mit Anja Müller, die Grillfeier der Nationen für Flüchtlinge, Aktionstage für Kinder mit der Kommunalen Jugendarbeit der VG Weißenthurm, den 20. Kulturstammtisch, die Führung im Römerbergwerk Meurin in Kretz, die erste Kräuterwanderung in Kettig, den Protesttag gegen Atomwaffen in Büchel, das Kettiger Herbstgrillfest mit vier Kettiger Vereinen, Pilzwanderung in Bassenheim, und das Adventskonzert in Kölsch in der Förder und Wohnstätte Kettig, waren nur einige auf die der Vorsitzende genauer eingehen konnte.
Bei der Mitgliederentwicklung können die Naturfreunde weiter einen leichten Anstieg 2017 aber auch schon 2018 verzeichnen und Herr Hartmann begrüßte alle neuen Mitglieder sehr Herzlich im Namen des Vorstandes und der Versammlungsteilnehmer.
Beim Kassenbericht der Kassiererin Silvia Nesseler wurde wieder ein stabiler Kontostand festgestellt trotz größerer Ausgaben in 2017, z.B für die Baumpflegearbeiten auf der Streuobstwiese. Beisitzer Achim Theisen ging in seinem Bericht auf die Aktivitäten des Bündnis Klimaschutz Mittelrhein ein, was 2016 auf Initiative von Oliver Hartmann als Umweltstammtisch mit ca 6 verschiedenen Vereinen und Organisationen aus Natur und Umweltschutzverbänden erstanden ist. Inzwischen hat sich draus das Bündnis Klimaschutz Mittelrhein entwickelt mit jetzt 17 Organisationen aus dem Großraum Koblenz, Neuwied, Bendorf. Klimaschützer Theisen berichtet von der ersten großen Aktion der CO 2 freien Klimatour 2016 an dem sich fast alle Organisationen beteiligten und mitgemacht haben. Ebenfalls konnte Achim Theisen sehr bewegend vom Vortrag des Klimaforschers Dr Rahmstorf erzählen, vor allem das Interview von Grundschulkindern mit dem Klimaexperten beeindruckte ihn und die Zuhörer sehr, so Theisen.
Claudia Hartmann berichte dann im letzten Rechenschaftsbericht von den Pflegearbeiten des Rhein Burgen Weges für die die Naturfreunde Kettig als Wege Scout tätig sind mit 3 bis 4 Begehungen im Jahr.
Als Kassenprüferin beantragte Sie die Entlastung des Vorstandes und der Kassiererin was einstimmig angenommen wurde.
Nach einer kleinen Pause wurden dann die Jährlichen Vorstandswahlen durchgeführt. Als Wahlleiter stellte sich der Referent von der Nabu Koblenz Herr Heinz Strunk zu Verfügung. Neu im Vorstand ist Jasminka Strempel als Nachfolgerin von Beata Hillesheim die als stellvertretende Vorsitzende einstimmig gewählt wurde. Beata Hillesheim hatte dieses Amt 8 Jahre inne und wurde als Dank dafür mit einer Urkunde und einem Präsent feierlich verabschiedet und geehrt.
Ebenfalls neu wurde Jennifer Nesseler als Schriftführerin gewählt. Die 21 Jährige war bisher als Beisitzerin tätig und in der Naturfreunde Jugend aktiv. Als neuen Beisitzer konnte man Herrn Gian Luca Zembo gewinnen. Alle anderen wurden einstimmig wiedergewählt so der Vorsitzende Oliver Hartmann, die Kassiererin Silvia Nesseler und den Beisitzer Achim Theisen.
Der „neue“ Vorsitzende Hartmann bedankte sich bei allen für das entgegengebrachte Vertrauen in den neu gewählten Vorstand.
Oliver Hartmann gab noch ein paar Hinweise auf neue und Interessante Veranstaltungen die 2018 geplant sind, unter anderem die Führung in der Essbaren Stadt Andernach am 30. Juni die zwei Kräuterwanderungen in Kettig und auf der Schmidtenhöhe am 14. April und 21. Juli.
Der Referent des heutigen Vortages ist den Naturfreunden kein Unbekannter, durch div. Planwagenfahrten auf der halb offenen Weidenlandschaft Schmidtenhöhe. Der Vorsitzende der Nabu Koblenz und Umgebung Referent Herr Heinz Strunk konnte sehr anschaulich in tollen Bildern den Naturfreunden die Vielfalt an Pflanzen und Tieren zeigen. Der Vollblut Natur- und Tierschützer berichtete über die Anfänge und die Entwicklung vom ehemaligen Truppenübungsplatz bis zur heutigen Weidenlandschaft. Taurisrinder und Konikpferde sorgen dafür dass keine Verbuschung stattfindet. Tausende Insekten und Vogelarten sind auf dem riesigen Gelände heimisch. Aber auch viele Amphibien, Wildkatzen und Wildscheine. Herr Strunk konnte den faszinierten Zuhörern sehr eindrucksvolle Bilder zeigen von seltenen Orchideen oder auch Pilzen und anderen Pflanzen. Der Nabu Vorsitzende fesselte in seinem wirklich einmalig mitreißenden Vortag die Versammlungsteilnehmer und man hätte ihm noch Stunden zuhören können. Doch die Zeit war begrenzt und so bedankte sich Herr Hartmann beim Referenten aus Bad Ems sehr herzlich und überreichte ihm als Dank einen Präsentkorb mit Kettiger Holunder Produkten, bevor er sich bei allen Versammlungsteilnehmern für die Teilnahme an der Mitgliederversammlung bedankte und diese mit dem Naturfreunde Gruß „Berg Frei“ verabschiedete.

Offener Brief an Herrn MDB Josef Oster (CDU) vom Bündnis Klimaschutz Mittelrhein

Offener Brief an Herrn MdB Josef Oster, 12.1.2018

Sehr geehrter Bundestagsabgeordneter Oster

Mit großer Besorgnis haben wir die Ergebnisse der Sondierung für die Bildung einer CDU/CSU/SPD-Regierung zur Kenntnis nehmen müssen. Zwar ist unseres Erachtens ein Bemühen um Fortschritte im Bereich Europa- und Sozialpolitik erkennbar, jedoch insbesondere der Bereich Klimaschutz fällt weit hinter die Erfordernisse einer zukunftssichernden Politik zurück.

Dass von Ihrer Parteispitze die Klimaziele für 2020 aufgegeben und der dringende Kohleausstieg und eine Verkehrswende auf Jahre verschoben werden, verletzt den völkerrechtlich verbindlichen Klimavertrag von Paris. So lässt sich das vereinbarte 1,5-Grad-Ziel nicht erreichen.

Die Bundesregierung macht sich mit solch einer Klimapolitik in der Welt unglaubwürdig – ein fatales Zeichen für andere Länder, ebenfalls zu bremsen. Und bei uns wäre dies ein weiterer Nährboden für Politikverdrossenheit. Auch die Wirtschaft erhielte keinerlei Impulse für eine nachhaltige Umgestaltung. Hier würden Chancen für innovative und zukunftsfähige Arbeitsplätze und Wertschöpfung vertan.

Bitte verschließen Sie nicht länger die Augen vor der größten Herausforderung unserer Zeit und bürden Sie nicht den jungen Menschen solch eine schwere Last für die Zukunft auf! Denn die Verwüstung ganzer Regionen und Kriege um Wasser und Nahrung wären die Folgen. Hunderttausende Klimaflüchtlinge, die ihre Existenzgrundlage verlieren, werden weiter zu uns drängen. Soziale Spannungen werden zunehmen. Auch bei uns werden Naturkatastrophen anschwellen, mit gravierenden Folgen für unsere Bevölkerung, Wirtschaft und Finanzen.

Sehr geehrter Herr Abgeordneter Oster, bitte nutzen Sie Ihren Einfluss in Berlin, dass diese Sondierungsergebnisse so nicht in einem künftigen Koalitionsvertrag stehen. Sorgen Sie mit dafür, dass dort die Klimaziele ernster genommen werden und mit sofort wirksamen Maßnahmen im Bereich Kohle, Erneuerbare, Verkehr, Wohnen und Landwirtschaft festgeschrieben werden.

Bitte leiten Sie diesen Appell auch an Ihre Fraktionskollegen und an Frau Merkel und Frau Klöckner weiter und berichten uns in einem Gespräch oder schriftlich, was Sie für unser gemeinsames Anliegen erreichen konnten.

Mit klimafreundlichen Grüßen

Für das Bündnis Klimaschutz Mittelrhein:


Naturfreunde Kettig,

gez. Oliver Hartmann

Weltladen Koblenz,

gez. Heinz Bachschuster

Katholische Arbeitnehmer Bewegung KAB, OG Engers-Mülhofen,

gez. Helmut Gelhardt

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland eV BUND,

  • Region Koblenz,

  • Kreisgruppen der Region Neuwied-Westerwald-Rhein/Lahn-Koblenz

  • Landesarbeitskreis Energie/Klima

gez. Michael Carl, stv. Landesvorsitzender und Egbert Bialk, Regionalbeauftragter

Solarenergie-Förderverein Deutschland, Infostelle Koblenz SFV,

gez. Dr. Thomas Bernhard

Ökostadt Koblenz eV.

gez. Egbert Bialk

Bürgerinitiativen gegen das Atomkraftwerk Mülheim-Kärlich

gez. Elke Sodemann-Müller

Verein zur Förderung Erneuerbarer Energien VFE Anhausen-Meinborn

gez. Clemens Pryss

Haus Wasserburg Vallendar

gez. Fachpromotor Nico Beckert

ISSO-Institut für Nachhaltigkeit Koblenz

Neue Energie Bendorf eG

Neuwieder Umweltschutz eV.

Sowie weitere untenstehende/umseitige engagierte Bürger*innen der Zivilgesellschaft:

 

Kölsche Lieder begeistern in Kettig

Kettig. Ein Adventskonzert der besonderen Art konnten die ca 140 Gäste in der Förder- und Wohnstätte am 1. Advent erleben. Die Naturfreunde Kettig, der Förderverein der Förder- und Wohnstätte und die Schatzkiste Neuwied hatten zum 15 mal in der Kulturreihe „Treffpunkt Cafeteria“, zur besinnlichen Adventsfeier, diesmal mit kölsche Weihnachtsmusik eingeladen. Die Schatzkiste Neuwied war erstmals als Veranstalter dabei.

Bei Lebkuchen, Plätzchen „halve Hahn“ und Kölsch gab es Weihnachtslieder und kölsche Klassiker von der bekannten Kölschband „Spontan“ zum Hören und Mitsingen. Ein toller Mix aus Stimmungs- und nachdenklichen Musikstücken begeisterten das Publikum.

Begrüßt wurden die Konzertbesucher von Jasminka Strempel von den Naturfreunden Kettig und dem Hausherrn und Geschäftsführer Dr. Alfred Marmann von der Förder und Wohnstätte.

Spontan spielten bekannte und weniger bekannte Stücke wie zum Beispiel „Äppel, Nöß und Marzipan“ von den Bläck Föös aber auch „für et hätz un jene d’r kopp“, „ maach et jot“ oder „pease, frieden, shalom, salam“ von de Höhner was sicher gut in die vorweihnachtliche Zeit passt.

Nach der Konzertpause überreichte dann Matthias Rappenecker einen symbolischen Scheck über 450,36 €. Dieses Geld haben er und seine ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer im Jahre 2017 durch eine Kronkorkensammlung eingenommen. Hierfür war eine Menge von ca. 5,5 Tonnen Kronkorken erforderlich, die inzwischen an mehreren Stellen in der Region gesammelt werden. Dieses Geld wird nun für das Tierprojekt M.A.E.H. in der Facheinrichtung für Schwerstmehrfachbehinderte eingesetzt.

Viel Applaus bekam Christoph Hofstetter, der als Fan der Bläck Föös und der kölschen Musik überhaupt, bei einem Gastauftritt auf der Bühne gekonnt und stimmungsvoll die Band unterstützte. Der blinde Bewohner ist auch schon öfter außerhalb der Förder- und Wohnstätte aufgetreten, zum Beispiel beim Fest der Holunderblüte in Kettig.

Nach den Zugaben wie „wenn am Himmel die flocke danze“ oder „em unserem Veedel“ bedankten sich der Vorsitzende der Naturfreunde Oliver Hartmann herzlichst bei der Band Spontan aus Kobern Gondorf, bei allen Helfern und beim Publikum. Zum Schluss überreichte Dr. Marmann selbst gemachte Kerzen an alle Beteiligten bevor er allen ein frohes Weihnachtsfest und alles Gute im neuem Jahr wünschte.