Vortrag über das Entsorgungsproblem von Atommüll

Beim Atommüll ist keine Ent-Sorgung möglich
BUND-Experte Klaus Brunsmeier berichtet von zahlreichen ungelösten Problemen bei der Suche von End- und Zwischenlagern – Nach der Kommission „Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe“ folgen nun Gesetzes- und Verwaltungsänderungen – Orte, Zeitpunkte, Verfahren und Kosten sind ungewiss.
Der Einstieg des Info-Abends „Atommüll – die tickende Zeitbombe“ war überraschend, so manche der anwesenden Aktiven gegen das AKW Mülheim-Kärlich rieben sich die Augen. Brachte der Referent Klaus Brunsmeier, stellvertretender Bundesvorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland BUND und Mitglied der Kommission „Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe“, doch ein dickes Dankeschön von Umweltministerin Barbara Hendricks mit. „Die Anti-Atom-Bewegung war keine gegen den Staat gerichtete Bewegung. Im Gegenteil: Es waren Freunde des Staates und der Gesellschaft. Weil sie nicht hinnehmen wollten, dass wir alle den Risiken einer zu gefährlichen Art der Energieerzeugung ausgesetzt sind. … Sie haben sich um unser Land verdient gemacht!“
Inzwischen ist ein Atomausstieg auf Raten absehbar, die Sorgen der Umweltbewegung richten sich vermehrt auf den Rückbau der Atomanlagen und eine möglichst wenig unsichere Lagerung der radioaktiven Abfälle. Dass dies angesichts der Gefährlichkeit des Materials und des unvorstellbar langen Zeitraumes von bis zu einer Million Jahren nur mit großen Problemen verbunden ist, war allen klar. Die Brisanz und Ungewissheit des Verfahrens dorthin erschreckte dann doch.
Egbert Bialk, Koblenzer BUND-Vorsitzender und moderierender Gastgeber dazu: „Wieder einmal sind wir entsetzt, wie leichtfertig viele Politiker und Wirtschaftsleute mit dieser schweren Hypothek umgehen, die nachfolgenden Generationen für nur 50 Jahre scheinbar billigen Stromes aufgelastet wurde. Weder ist man bereit den Atomausstieg im Grundgesetz zu garantieren, noch ungeeignete Standorte wie Gorleben auszuschließen, von einer hinreichenden Kostenübernahme durch die Verursacher ganz zu schweigen.“ Bekanntlich sind nur wenige Milliarden Euro bei den Atombetreibern rückgestellt, die herangezogen werden sollen. Brunsmeier rechnet aber mit weit über 70 bis vielleicht 100 Milliarden an Zusatzkosten: „Das bezahlen wir dann alle, auch unsere Kinder und Enkel. Generationengerechtigkeit sieht anders aus.“
Immerhin konnte der BUND-Experte etwas Klarheit über den derzeitigen Stand der ins Auge gefassten Gesetze, Orte oder Zeitpunkte vermitteln. Brunsmeier war für die Umweltverbände Mitglied in der 32-köpfigen „Kommission Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe“, die Ende Juni mit einem Abschlussbericht das weitere Verfahren regeln sollte. Er berichtete aus erster Hand von den schwierigen Verhandlungen mit Politik und Wirtschaft und den aus seiner Sicht unzureichenden Ergebnissen, weshalb der BUND als einziger auch ein ablehnendes Sondervotum abgab: „Das fängt schon damit an, dass man zunächst einmal offen auf den Tisch legen müsste, um welche Mengen und Arten an Atommüll es sich handelt. Das kam erst sehr spät und blieb bis zuletzt umstritten. Die Prognose für 2022 rechnet mit rd. 10 500 t bestrahlter Brennelemente, die überall in Deutschland an Kraftwerken, in Zwischenlagern oder in Frankreich und England mehr oder weniger gesichert liegen bzw. immer noch durch den laufenden Betrieb täglich neu entstehen. Weitere Altlasten und zu erwartende Müllmengen kommen hinzu: Etwa 147 000 cbm schwach- und mittelaktive Abfälle aus dem maroden Bergwerk Asse und voraussichtlich rd. 300 000 cbm aus stillgelegten und rückzubauenden Kraftwerken, vorgesehen für den genehmigten Schacht Konrad in Niedersachsen.“
Noch gar nicht erfasst seien weitere Abfälle, etwa aus der Urananreicherung in Gronau, die noch Jahrzehnte in Betrieb sei und vom Umweltministerium grob auf 100 000 cbm geschätzt wird, „vielleicht auch das Doppelte, das kann und will niemand sagen“ so Brunsmeier.
Das Hauptinteresse, auch bei den zahlreichen Zuhörern und Diskutanten, liegt natürlich beim weiteren Verfahren. Brunsmeier berichtete, dass erreicht wurde, dass eine neue Behördenstruktur eingerichtet wurde, die von den Energieversorgern unabhängig ist. Auch das Standortsuchgesetz soll im Frühjahr 2017 novelliert werden, damit das abgestufte Verfahren zur Lagersuche schrittweise in den nächsten Jahrzehnten angegangen wird. „Gegen den Druck von Bayern und Sachsen werden jetzt bundesweit doch zunächst alle drei geeigneten Wirtsgesteine untersucht und bewertet: Salz, Ton und Granit. Auch der Schutz durch Deckgebirge geht in die Abwägung mit ein. Ein geologisch absolut sicheres Lagergestein gibt es nicht, nirgendwo in Europa. Es geht nur um die am wenigsten schlechte Entsorgung. Zusätzliche Sicherungen sind deshalb wichtig. Bis zur Einlagerung muss der Wärme entwickelnde hoch radioaktive Abfall bis auf 100 Grad abgekühlt, also zwischengelagert werden, auch aus Vorsorge wegen der Explosionsgefahr von Wasserdampf.“
Für die anderen Müllformen in sehr verschiedenen Zuständen müssen spezielle Lagerformen gefunden werden, so dass es mehrere Lager und Zwischenlager geben werde, gleichzeitig aber die Atomtransporte begrenzt werden müsse. Proteste und Klagen seien trotz des aus Sicht des BUND unzureichenden Rechtsschutzes überall zu erwarten, auch bei den Zwischenlagern, das könne sich bis zur Jahrhundertwende hinziehen. „Eine Alternative zum Start der umfangreichen Lagersuche und zum schnellen Atomausstieg gibt es nicht“, so Brunsmeier.
Ein spezieller Fragenkomplex bezog sich auch auf den Umgang mit rückzubauenden Atomkraftwerken, besonders interessant auch in der Region rund um das AKW Mülheim-Kärlich. Der BUND sprach sich hier entschieden gegen die bisher genehmigte Praxis der „Freimessung“ von schwach belasteten Baustoffen aus, die etwa 97% der Menge ausmachen. Dies begrüßte auch Elke Sodemann-Müller von der Bendorfer BI gegen das AKW Mülheim-Kärlich: „Jede zusätzliche Radioaktivität kann Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Es gibt keinen Schwellenwert, der ungefährlich ist. Die Stoffe dürfen deshalb nicht in den Wirtschaftskreislauf entlassen, sondern müssen gesondert und kontrolliert in einer speziell abgedichteten Deponie gelagert werden.“
Die überaus informative Veranstaltung schloss mit dem Appell für einen sofortigen umfassenden Atomausstieg und die Beschleunigung der Energiewende, auch aus Gründen des Klimaschutzes.

„Bündnis Klimaschutz Mittelrhein“

Pressebericht vom August 2016 des BKM (Bündnis Klimaschutz Mittelrhein):

„Kommunen müssen endlich ernst machen beim Klimaschutz!“
„Bündnis Klimaschutz Mittelrhein“ warnt Stadt und Kreis vor den Folgen des weiteren Nichtstuns bei der Energie- und Verkehrswende
„Wie viele Temperaturrekorde, wie viele Extremwitterungen und wie viele Überschwemmungen brauchen unsere Stadt- und Kreisoberen noch, bis sie begreifen, dass von ihnen mehr verlangt wird als schöne Konzepte und Absichtserklärungen? Die Gewitterstürme beim Rock am Ring, die voll gelaufenen Häuser in unseren überschwemmten Dörfern und die Ernteschäden in der heimischen Landwirtschaft zeigen doch: Der Klimawandel ist längst da bei uns. Wir alle müssen handeln, auch auf kommunaler Ebene. Je länger man zögert, umso teurer wird es.“, so Egbert Bialk, BUND-Vorsitzender in Koblenz für das „Bündnis Klimaschutz Mittelrhein“. Ein Zusammenschluss von über zehn Natur- und Umweltgruppierungen der Region. Gemeinsam tritt das Bündnis jetzt an die kommunalen Spitzen heran und an die Öffentlichkeit. Die Energiewende und insbesondere der Verkehrssektor sollen neben dem Natur- und Umweltschutz dabei im Mittelpunkt stehen.
Der Umweltmediziner Dr. Thomas Bernhard, auch Sprecher des Solarenergieförderverein, Infostelle Koblenz, begründet warum: „Jedes Jahr wird weltweit die Temperatur im Durchschnitt höher. Amerikanische Klimaforscher haben gerade wieder veröffentlicht, dass bislang jeder Monat des Jahres 2016 jeweils der wärmste Monat war seit Aufzeichnung der Wetterdaten. Nicht nur in Afrika herrscht darum große Hungersnot, auch bei uns treten extreme Schäden auf, da muss die Politik endlich wirksam steuern, zum Beispiel durch eine CO2-Abgabe auf die Rohstoffe Öl und Kohle.“ Bernhard beklagt seit langem, dass auch die Stadt Koblenz viel zu passiv sei bei der Umsetzung des beschlossenen Klimaschutzkonzeptes. „Noch nicht einmal die bislang erreichte CO2-Reduzierung konnte man uns vorlegen. Diese Daten werden wir im Umweltausschuss am 30. September einfordern, übrigens endlich auch in öffentlicher Sitzung, wozu wir zahlreiche Gäste erwarten. Auf dieser Basis wird klar belegt werden können, was Koblenz braucht: Eine Energiesparinitiative bei den Gebäuden und eine Verkehrswende, also mehr tun für Fußgänger und Radfahrer statt für Autos, und endlich die Anschaffung von sauberen E-Bussen. Jede städtische Investition muss auf seine Klimawirksamkeit kritisch überprüft werden. Nach Paris und dem dort vereinbarten Klimaziel von 1,5 Grad maximaler Erwärmung müssen auch die deutschen Klimaziele nachgeschärft werden, natürlich auch in Koblenz. Investitionsstau beim Klimaschutz ist Katastrophe“
Peter Thelen von den Naturfreunden Kettig und der Bendorfer BI gegen das AKW Mülheim-Kärlich fordert auch für den Kreis Mayen-Koblenz eine ambitionierte Klimaschutzpolitik: „Beim neuen Klimaschutzkonzept brauchen wir von Anfang an ein kompetentes begleitendes Management. Wer hier gleich an Personal spart, hat die bedrohlichen Zeichen der Zeit nicht erkannt“, so Thelen. Priorität für das Umland müsse eine Verkehrswende haben, damit die hohen Schadstoff- und Klimagasemissionen zurückgefahren und ein attraktiver, bürgernaher öffentlicher Verkehrsverbund geschaffen werden. Dies gelte auch für die Nachbarkreise Neuwied, Westerwald, Rhein-Lahn und Rhein-Hunsrück. Thelen: „Die Stadt Koblenz, die im Autoverkehr erstickt, sollte daran ein besonderes Interesse haben.“

Für die nächsten Monate kündigt das Bündnis Klimaschutz Mittelrhein an, direkt an die genannten Kreise und ihre Politiker heranzutreten und Möglichkeiten der konstruktiven Zusammenarbeit auszuloten. Neben Veranstaltungen zum Atomausstieg am 25.8. in Koblenz und der Demo-Beteiligung zu „TTIP stoppen!“ am 17.9. in Frankfurt soll das Thema der CO2-Reduzierung im Mittelpunkt stehen, auch im dann anlaufenden Bundestags-Wahlkampf.

Weitere Infos: zunächst über das Koblenzer Umweltbüro oder den BUND Tel. 0261-9734539 oder bei den NaturFreunden Kettig 02637 8914.

Missionar beim Kulturstammtisch in Kettig

Missionar aus Afrika berichtet beim Kulturstammtisch

Einen ganz besondern Gast konnte der Kettiger Kulturstammtisch beim letzten Treffen
im Hotel Kaiser in Kettig begrüßen. Bruder Michael Schmitz von den Salesianern Don Boscos ist seit fast 25 Jahren Missionar in West Afrika in Ghana.
Beim Kulturstammtisch der 2013 von der Förder – und Wohnstätte und den Naturfreunden Kettig zur besseren Integration von behinderten Menschen in der Gesellschaft gegründet wurde, berichtete Bruder Michael von seinem Leben und seiner Arbeit in Afrika- Ghana.
Die Hauptaufgabe sieht der 58 Jährige heute darin den Kindern und Jugendlichen eine Schulische und berufliche Perspektive zu geben. So bauten die Salesianer Don Boscos in Ghana Schulen, Ausbildungsstätten mit Möglichkeiten der Freizeitgestaltung im Landes Inneren bei Sunyani und an der Küste in Ahaiman ca 30 km östlich von Accra, auf. Die Salesianer haben Weltweit ca 15000 Mitglieder nach den Jesuiten und Franziskanern der 3 größte Katholische Orden der Welt.
Dabei leben die meisten der Ordensbrüder und Schwestern in über 132 Ländern vor allem in Indien, Italien (Geburtsland des Gründers Don Bosco), Spanien, Polen, und Südamerika. In Deutschland sind derzeit ca. 350 Mitbrüder mit 1600 Angestellten aktiv.
Bruder Michael arbeitet und betreut Kinder und Jugendliche vor Ort. Sorgt dafür das sie eine Schulbildung, Freizeitmöglichkeiten wie Spielhallen bekommen oder eine Ausbildung machen können. Finanziert wird die Arbeit ausschließlich durch Spendengelder aus Europa und Amerika.
Ghana hat ca 26 Millionen Einwohner wo ca 71% den Christlichen Kirchen angehören. Die Mehrheit gehört den Protestantischen Glaubensrichtungen bzw den Pfingstkirchen, und Sekten an. 13 % sind Römisch-Katholisch und ca 17% werden dem Islam zugeordnet. Der Rest sind Naturreligionen oder Konfessionslos.
Obwohl es ein sehr armes Land ist muß keiner hungern, so der Missionar, die meisten Menschen in den Großstädten leben in Wellblechhütten und auf dem Land teils noch in Lehm oder auch Steinhäusern. Eindrucksvoll konnte Br. Schmitz mit Bildern den Zuhörern des gut besuchten Stammtisches aus der FWS und den Naturfreunden zeigen wie es in Ghana bei seiner Mission aussieht.
Die Arbeit mit Kinder und Jugendlichen haben es dem Salesianer immer schon angetan, bevor er 1993 nach Ghana ging, war er als Novize im Knabenheim Kemperhof in Bendorf – Sayn (Heute Heinrich Haus Neuwied). Trotz der vielen Not im Land will Br. Michael für immer in Ghana bleiben und sich weiter für die Kinder und Jugendlichen sich zu engagieren und einzusetzen.
Bei Kaffee und Kuchen hatten so die Besucher des Kulturstammtisches einen sehr schönen, informativen und interessanten Nachmittag.

Planwagenfahrt zu Konikpferden und Taurisrindern

Die Kettiger NaturFreunde haben zum 3 mal mit Unterstützung der Nabu Koblenz eine Fahrt mit dem von einem Traktor gezogenen Planwagen auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz „Schmidtenhöhe“ in Koblenz veranstaltet. Die Teilnehmer konnten so erleben was sich in den letzten Jahren dort alles verändert hat und wie es heute dort aussieht. Um eine Verbuschung des 167 Fußballfelder großen Naturschutzgebietes zu verhindern, wird es mit robusten Taurisrindern und Konikpferden beweidet. Die Tiere leben wie Wildtiere selbstbestimmt und ernähren sich eigenständig von dem was dort wächst. Dadurch wird die Verbuschung und Bewaldung weitgehendst verhindert. Großen Respekt zeigten die Besucher bei den Rindern und Pferden die sie in freier Wildbahn hautnah beobachten konnten.
Man konnte auch viele Arten von seltenen Pflanzen wie die Orchideen, eines der jüngsten Pflanzen auf der Erde sind, und es deswegen auch so unzählig viele verschiedene Sorten existieren, dort finden. Durch die Panzerfahrzeuge sind über 300 Tümpel entstanden die nun für viele Tiere als Brutstätte dienen. Außerdem gibt es noch fast 140 verschiedene Vogelarten und äußerst seltene Amphibien. Auch Wildkatzen haben sich dort angesiedelt, genau wie viele Wildschweine.

Tolle 25 Jahr Feier der NaturFreunde Kettig

Beata Hillesheim geehrt für 25 Jahre Mitgliedschaft

im Rahmen der 25 Jahr Feier der Naturfreunde Kettig im Bürgerhaus Kettig, konnten sich die Naturfreunde über zahlreiche Gäste und Ehrengäste freuen.
Bei der gut besuchten Festveranstaltung waren viele Vertreter der 44 Naturfreunde Ortsgruppen aus Rheinland Pfalz angereist. Auch zahlreiche Ehrengäste, darunter der Schirmherr Landrat Dr. Saftig, wohnten der Jubiläumsfeier bei.
Bei der Begrüßung legte der Vorsitzende Oliver Hartmann vor allem Wert darauf sich bei den viele fleißigen Helfern und Jahrelangen treuen Unterstützern zu bedanken. All die Erfolge des Vereins seien ohne ein solches engagiertes Vorstandsteam und den aktiven Mitgliedern nicht möglich, so der Vorsitzende.
Oliver Hartmann überreichte im Namen der Naturfreunde Kettig dem Gründungsmitglied und Frau vom verstorbenen Vereinsgründer Elmar Hillesheim, Beata Hillesheim die Ehrennadel für 25 Jahre Mitgliedschaft. Er bedankte sich bei Frau Hillesheim für Ihre kompetenten Ratschläge, ihre große Fachkenntnis und Erfahrung im Sozialen und Umweltschutz, denn ohne Ihre engagierte Arbeit und Treue hätten wir die schwere Nachfolgte von Elmar Hillesheim nicht so bewältigen können, so Hartmann.
Dann folgte die Begrüßung der Ehrengäste mit dem Schirmherren Landrat Dr. Alexander Saftig, dem Ortsbürgermeister Peter Moskopp, sowie seinem Kollegen Georg Hollmann von der Verbandsgemeinde Weißenthurm.
Auch der Bundesvorsitzende der Naturfreunde Deutschlands Michael Müller und die Landesvorsitzende der Naturfreunde Rheinland Pfalz Doris Barnett waren zum Jubiläum angereist.
Besondere Freude über ihre Anwesenheit hatten die Naturfreunde bei der Hausband der Förder und Wohnstätte aus Kettig. Sopranistin Sonja Gottlieb aus Idar Oberstein konnte mit ihren Liedern aus der Arbeiter- und Friedensbewegung begeistern genau wie der Liedermacher Manfred Pohlmann aus Neuwied mit Moselfränkischen Stücken aus eigener Feder.
Richtig Stimmung machte der pensionierte Lehrer Hans Wohlgemuth mit Volkstümlichen heiteren Liedern von Reinhard Mey und Freddy Quinn. Auch befreundete Vereine und Organisationen hatte Ihre Infostände aufgebaut um Ihre Verbundenheit zu zeigen. So waren der BUND, die Förder und Wohnstätte Kettig , die Arbeitsgemeinschaft Nette und der VdK Koblenz gekommen.
Durch das Festprogramm führte routiniert und gewohnt humorvoll und locker Hermann Doetsch aus Weißenthurm.
Herr Doetsch konnte bei seinen Ansagen mit seinem Scharm und unnachahmlichen Witz das Publikum begeistern und schnell eine gewisse Anspannung aus der Jubiläumsfeier herausnehmen.
Alle Festredner und Ehrengäste lobten und würdigten die vielfältige Arbeit der Naturfreunde. Dabei wurden die traditionellen Veranstaltungen wie Vogelstimmenwanderung, Pilzwanderung oder Feier zum Frauentag herausgehoben, aber auch die Betreuung und Pflege der Streuobstwiesen die Patenschaft des Kettiger Baches und die aktuelle Hilfe bei den Flüchtlingen.
Die gute und Freundschaftliche Zusammenarbeit mit der Förder -und Wohnstätte mit den vielen gemeinsamen Projekten wie Apfelsammlung oder den 2013 gegründeten Kulturstammtisch waren ebenso bei den Reden ein Thema wie die Betreuung des Rhein-Burgen Weges oder die Heimatkundlichen Führungen und Begehungen der letzten Jahre.
In seinem Rückblick erwähnte Oliver Hartmann auch das Engagement und den Einsatz bei der Anti Atombewegung oder den Kampf gegen den rechten Terror, Fremdenhass und Hetze gegen Flüchtlinge. Nicht zuletzt verwies er auf die Erfolge des leidenschaftlichen Naturschützers Elmar Hillesheim, dessen größtes Projekt die Flusslandschaft des Jahres 2008/09 die Nette auch sein letzter Erfolg war bevor er 2009 nach schwerer Krankheit verstarb.
In Sinne von Elmar und des Naturschutzes und den Slogan „Naturnah – Sozial – Heimatverbunden“ wollen die Kettiger Naturfreunde sich weiter einsetzen und sich für die Sache in der Zukunft engagieren. Zum Abschluss bedanke sich Hartmann bei allen Gästen, Ehrengästen und Helfern für deren Festreden und Unterstützung bevor es zum gemütlichen Teil überging und die Feier allmählich ausklang.

Muslime verurteilen Terror und Gewalt

Angesichts der  Terroranschläge gegen unschuldige Menschen mit zahlreichen Opfern in Brüssel sind die Mitglieder der Ahmadiyya Muslim Jamaat in Koblenz und im gesamten Bundesgebiet tief betroffen und bestürzt.

Das weltweite Oberhaupt der Ahmadiyya Muslim Jamaat, der fünfte Kalif, Hadhrat Mirza Masroor Ahmad (aba) sagt: „Alle Formen von Terrorismus und Extremismus sind völlig konträr zu den wahren Lehren des Islam. Der Heilige Koran stellt unmissverständlich klar, dass wer auch nur eine einzige unschuldige Person tötet, damit die gesamte Menschheit tötet. Unter keinen Umständen rechtfertigt der Islam Mord und Terror.“

„Wir sind entsetzt über die tragischen Ereignisse und verurteilen die gemeinen und menschenverachtenden Anschläge in Brüssel. Unsere Gebete und Gedanken sind bei den Verletzten und Hinterbliebenen. Als friedliebende Muslime sind wir ganz besonders davon betroffen, dass Menschen im Namen Gottes morden und im Namen des Islam ihre feigen und perversen egoistischen Ziele verfolgen.“, stellte Abdullah Wagishauser als Vorsitzender der Ahmadiyya Muslim Jamaat Deutschland klar.

Als Muslime fühlen wir uns verpflichtet, die Deutungshoheit über den Islam nicht Terroristen zu überlassen. Jede Form von Gewalt und Terror stehen im Widerspruch zu der Friedensbotschaft des Islam sowie aller anderen Religionen auch.

Gewalt, Anschläge und Terror sind mit jeder staatlichen Maßnahme zu bekämpfen. Menschen, die die gesellschaftszersetzende Wirkung von Terror für perfide und egoistische Ziele nutzen, müssen gefasst und vor Gericht gestellt werden. Auch wir Muslime müssen dafür Sorge tragen, dass die wenigen gewaltbereiten Personen die sich als Muslime bezeichnen ideologisch isoliert werden. Muslime dürfen keine Möglichkeit auslassen um immer wieder auf die reine Friedenslehre des Islam hinzuweisen, die uns verpflichtet religiösen Terror mit allen rechtstaatlichen Mitteln zu bekämpfen.

Alle staatlichen Kräfte, politischen Bewegungen und Parteien und religiös, kulturell aktive Gemeinschaften sind dazu aufgerufen, die Terroranschläge nicht dazu zu nutzen, anti-demokratische Forderungen in den Raum zu stellen, die die Freiheitliche Grundordnung unterminieren können.

Ahmadi-Muslime rufen unter dem Motto: „Liebe für alle – Hass für Keinen“ und der Aktion „Frieden, Freiheit, Loyalität“ und „Muslime gegen Gewalt“ zu Besonnenheit auf.

Wir setzen unsere Arbeit für ein friedliches Zusammenleben aller Menschen in Koblenz und Deutschland fort. Eine Info-Aktion der Ahmadiyya Muslim Jamaat startet am, 02.04. am Löhrrondell in der Koblenzer Innenstadt, wo wir die Mitbürgerinnen und Mitbürger über die friedlichen Lehren des Islam informieren.

In unruhigen Zeiten ist der Dialog unter den Menschen wichtiger als jemals zuvor.

Flüchtlingshilfe – Menschen sind in großer Not!

Durch den IS Terror und die Aufnahme von über 1 Millionen Flüchtlingen aus Aarabischen, Nordafrikanischen und den Balkan Ländern, bekommen viele Menschen Angst vor einer zunehmenden Terrorgefahr, Verfremdung und Islamisierung. Die Angst kann man den Leuten nur nehmen durch Aufklärung und den Abbau von vielen Vorurteilen die gegenüber den Muslimen und den Flüchtlingen herrschen. Aber auch Verständnis ihrer Ängste, sollten wir ernstnehmen und dabei aktiv helfen diese zu beseitigen.
Dabei gibt es viele Gründe warum Menschen aus diesen Ländern bei uns Schutz und Hilfe suchen.
In Serbien herrscht Koroption und der Verdienst ist dort zu gering um ihre Familien zu ernähren. Männer im jungen Alter waren im Balkan Krieg und haben seither starke psychische Probleme.
In Albanien werden Menschen auf offener Straße erschossen, es gibt keine ausreichende Medizinische Versorgung, diese ist 50 Jahre hinter unserer zurück. Kinder werden keine Zähne gezogen wenn dies nötig ist weil es keine Vollnarkose gibt. In Afghanistan werden Frauen verkauft und zur Ehe gezwungen.
Frauen werden in all diesen Ländern misshandelt und als Menschen zweiter Klasse angesehen.
Diese Menschen die solches erlebt haben kommen als sogenannte Wirtschaftsflüchtlinge zu uns.
In den Kriegsgebieten wie in Syrien wird mit Deutschen Waffen gekämpft und somit der Krieg von uns unterstützt.
Jeder sollte sich mal überlegen befor er fordert die sollen wieder zurück, was sie in deren Situation machen würden, und nicht selbst dankbar wären wenn sie oder er in einem anderen Land Asyl bzw Hilfe bekämen in ihrer Not.
Eine pausachale Aburteilung oder die Einstufung in guter und böser Flüchtling lehnen wir deswegen ab und fordern die Politik auf endlich entsprechend zu handeln und zwar individuell nach Schicksal, Menschlichkeit und Tolleranz aber auch konsequent bei Straffälligen oder Gewaltdeligten.
Flüchtlinge aus diesen Ländern und lebensbedrohlichen Situationen in ihrem Heimatland suchen bei uns Zuflucht um zu überleben! Menschen die ihre Heimat ihre Familie, ihr zu Hause verlassen sind in großer Not und denen muss geholfen werden.
Wir wollen diesen Menschen helfen und tun dieses bereits aktiv.
Wir versorgen sie mit warmer Kleidung, die meist NICHT vorhanden ist, mit warmer Bettwäsche oder Haushaltsartikeln die benötigt werden.Wir helfen bei Behördengängen, Arztbesuchen oder Einkäufen im Supermarkt. Die meisten brauchen diese Hilfe dringend und sind dafür SEHR dankbar.
Wir fragen nicht warum Sie Hilfe brauchen oder woher sie kommen, auch der Status Flüchtling oder Asylant spielt dabei keine Rolle. Wir gehen zu den Menschen in die Häuser, machen uns dort ein Bild von deren Situation und helfen schnell und unbürokratisch! Menschlichkeit, Tolleranz und Humanitäre Hilfe stehen dabei an 1 Stelle.
Wir wollen als Naturfreunde weiter helfen was in unseren Möglichkeiten steckt. So auch hier in Kettig wo ca 30 Flüchtlinge leben. Selbstverständlich gilt diese Hilfsbereitschaft für ALLE bedürftigen , nicht nur für Flüchtlinge und Ausländer – auch für Deutsche!
Die rechte Pegida Bewegung lebt von Vorurteilen schürt Ängste, hetzt gegen Minderheiten, Andersgläubige und fremde Kulturen, und nutzt das Unwissen vieler Bürger. Sowohl Politiker aller Parteien außer die rechte AFD, die Medien aber auch die immer größer werdenden Gegendemonstrationen sind da ein gutes Signal. Hetzparolen und Angstmacherei in Deutschland haben sich noch nie bewährt, ganz im Gegenteil wie wir aus der Geschichte gelernt haben sollten. Minderheiten und Flüchtlinge sind zu schützen und zu unterstützen. Flüchtlingen zu helfen und ihnen einen Schutz vor dem Terror in deren Heimat zu bieten ist das mindeste was wir tun können. Deutschland ist ein großes und reiches Land und kann diese Aufgabe sehr wohl erfüllen wenn die Politischen Voraussetzungen dafür gegeben werden. Natürlich müssen die die Terror und Gewalt verbreiten schnellst möglichst bestraft und ausgewiesen werden.
Die Politiker sind für alles andere zuständig und Verantwortlich, und haben in dieser Sache bisher total versagt.
Uns geht es im Vergleich zu den armen Menschen dort sehr gut und wir können, ohne persönliche Einschränkungen hinnehmen zu müssen, durchaus helfen, bzw Hilfe zulassen und unterstützen!
Für Jede Art der Unterstützung und Hilfe von Euch liebe Mitglieder und Freunde sind wir sehr dankbar!!

SIE wollen uns unterstützen??? Dann melden sie sich bei unserer Flüchtlingsbeauftragten:

Jasminka : Tel: 02630 7709 

Flüchtlingskrise und die Nette standen im Vordergrund

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Bei der diesjährigen Mitgliederversammlung der NaturFreunde Kettig konnte sich der Vorsitzende Oliver Hartmann über eine gut besuchte Versammlung freuen.
Nach der Begrüßung, der Feststellung der Beschlussfähigkeit, und des Totengedenken, konnte Hartmann in seinem Jahresrückblick von vielen Veranstaltungen und Aktivitäten berichten. Dabei stand auch für die Naturfreunde die 1100 Jahr Feier der Gemeinde Kettig im Vordergrund. Oliver Hartmann berichtet von den Feierlichkeiten der Gemeinde Kettig zur 1100 Jahr Feier sowie von der Historischen Ortsführung durch den Ortskern der Gemeinde mit Ortschronist Gerhard Elingshäuser. Weiter wurde der Lavadom und Lavakeller in Mendig besichtigt, eine Moschee in Koblenz besucht sowie das Bimsmuseeum in Kaltenengers. Der Vorsitzende berichtet über die seit 24 Jahren durchgeführte Vogelstimmenwanderung, die Teilnahme am Herbst und Handwerker Markt, und die immer sehr gut angenommene Pilzwanderung die von Pilzkennerin Steffi Shirazi geleitet wurde. Bei der Apfelsammlung auf der Streuobstwiese gemeinsam mit der Förder und Wohnstätte konnten wieder über 2 Tonnen Äpfel gesammelt und zum Naturtrüben Kettiger Apfelsaft gepresst werden. Das erstmals durchgeführte Adventskonzert mit Mundartsänger und Liedermacher Manfred Pohlmann in der FWS Kettig erfreute sich ebenfalls großem Interesse.
Hartmann erläutere den Mitgliedern und Gästen die Aktivitäten des Kulturstammtisches und berichtet über die 2015 neu beschlossene Satzung und den damit geänderten Vereinsnamen.

Bei den anschließenden Rechenschaftsbericht der Kassiererin Silvia Nesseler konnte diese einen positiven Kassenstand vorlegen. Durch die Anschaffung von neuen Vereins Poloshirts gab es ein kleines Minus im Vergleich zum Vorjahr.
Dr. Rüdiger Kape erläutert anschließend die Pflege und Erhaltungsschnitte der Bäume auf der Streuobstwiese, bevor Claudia Hartmann von der Betreuung des Rhein-Burgen-Wanderweges berichtet.
Stellvertretend für die entschuldigte Kassenprüferin Anja Müller, beantragte Frau Hartmann die Entlastung von Vorstand und Kasse die auch Einstimmig erteilt wurde.
Bei den jährlichen Vorstandswahlen gab es keine Veränderungen, der alte Vorstand wurde komplett wieder gewählt mit dem Vorsitzenden Oliver Hartmann, 2. Vorsitzende Beata Hillesheim, Schriftführerin Julia Müller, Kassiererin Silvia Nesseler sowie den beiden Beisitzern Karin Hartmann und Friedhelm Schmidt.
Ebenfalls wurde Anja Müller und Claudia Hartmann als Kassenprüfer gewählt, und als Delegierte für die Landeskonferrenz der Naturfreunde Rheinland-Pfalz in Kettig im April 2016, wurden Achim Theisen und Jasminka Strempel gewählt.
Bei der Vorstellung des neuen Programmes verwies der neue wiedergewählte Vorsitzende Oliver Hartmann auf das im Rahmen der Landeskonferenz stattfindende Vereinsjübiläum zum 25 jährigen bestehen der NaturFreunde Kettig am 23 April im Bürgerhaus Kettig mit Zahlreichen Ehrengästen und auftretenden Künstlern.
Hartmann warb dann für die Feierlichkeiten am Internationalen Frauentag den die Naturfreunde am 5. März im Kettiger Vereinshaus gedenken wollen mit dem aktuellen Thema „geflüchtete Frauen in Deutschland“. Die beliebte Vogelwanderung gibts dann zum 25. jährigen Jubiläum gleich 2mal. Einmal am 1. Mai an der Nette und einmal in Kettig am frühen Abend mit Abschluss im Hotel Kaiser. Weiter sind eine Planwagenfahrt auf der Schmidtenhöhe, eine Führung im Permakulturgarten und die Teilnahme am 4. Kettiger Weihnachtsmarkt geplant.

Beim diesjährigen Referat von Achim Theisen berichtet dieser in seiner Power-Point Präsentation von der Entwicklung der ehem. Flusslandschaft Nette seit 2008 bis heute. Dabei konnte Theisen durchaus ein insgesamt positives Fazit von der Entwicklung der Nette ziehen. Trotz mehrerer erheblicher Wasserverschmutzungen hat sich die Nette im unteren Bereich wieder soweit erholt, dass der Lachs das Gewässer auf natürliche Weise als Brutgewässer annimmt. Achim Theisen verwies dennoch drauf dass trotz der Rückbaumaßnahmen an den div. Wehren und Wassermühlen eine komplette Durchgängigkeit für die Fische noch nicht gewährleistet sei. Ein großes Potential an Laichhabitaten ist somit für die aus dem Meer hochwandernden Fischarten nicht erreichbar. Diese Um- oder Rückbaumaßnahmen gehen leider viel zu langsam vonstatten aber immerhin ist die Nette hier auf dem richtigen Weg. Hartmann dankte Theisen nach seinem Referat mit einem Präsent.

Am Schluss der Versammlung wurde dann das Thema Flüchtlingskrise und die damit verbundenen Probleme in einer Stellungnahme vom Vorsitzenden dargelegt.
Dabei war es Oliver Hartmann wichtig klar zu machen das es sich hier in erster Linie um in großer Not geratene Menschen handelt die zu uns kommen. Dies allein sei aus Sicht des Vorsitzenden schon allein Grund genug um sich Aktiv an der Hilfe für die Geflüchteten zu beteiligen. Dies tun die Naturfreunde seit einiger zeit vor allem auch in Kettig. Mit dem allernötigsten wie warme Kleidung, Bettwäsche oder Töpfen, helfe man schnell und unbürokratisch. Es geht hier nicht darum Politik zu machen sondern vor Ort sich ein eigenes Bild vom Zustand der Geflüchteten zu holen und dann entsprechend zu helfen. Man frage nicht woher die Menschen kommen oder warum sie hier sind, dass so Hartmann, ist Aufgabe der Politiker.
Uns geht es in erster Linie um menschliche humanitäre Hilfe vor Ort. Hartmann verwies darauf das auch die die aus den so genanten „sicheren“ Drittstaaten kommen, dort unmenschliche und Lebensbedrohliche Zustände herrschen. Und auch diese Menschen ein recht auf Hilfe haben. Der Vorsitzende warnte davor zu pauschalisieren oder Angstmacherei und Fremdenhass zu verbreiten. Dies habe sich in der Geschichte Deutschlands noch nie bewährt so Hartmann. Man dürfe die in Todesangst flüchten, und mit nichts kommen, nicht in „guter“ Flüchtling oder „böser“ Flüchtling einstufen. Die Gewaltbereiten und straffälligen jedoch müssten auf jedenfalls schnellst möglich abgeschoben werden. Am Schluss seiner Ausführungen appellierte er an die Politik, endlich angemessen zu handeln, mehr auf Einzel Schicksale ein zu gehen und mit mehr Menschlichkeit zu entscheiden ob jemand wirklich in Not ist und hier bleiben darf oder auch nicht.
Hartmann bedankte sich in seinem Schlusswort bei allen Mitgliedern und Gästen sowie allen Unterstützen für Ihr kommen mit dem Naturfreunde Gruß „Berg Frei“.

Manfred Pohlmann überzeugte mit Vielfalt und Witz

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beim Adventsnachmittag der besonderen Art am Vorabend des 1. Advent. In der Cafeteria der Förder- und Wohnstätte Kettig konnten die zahlreichen Besucher eine Vielfalt an Weihnachtsliedern, Schlagern, Rock und Blues erleben und genießen.

Nach der Begrüßung durch den Hausherrn Dr. Alfred Marmann und den Vorsitzenden der Naturfreunde Kettig Oliver Hartmann, überzeugte Manfred Pohlmann mit einem abwechslungsreichen und schönen Programm mit den unterschiedlichsten Weihnachtsliedern, die vom Publikum gerne mitgesungen wurden.

Dabei waren auch ein paar bekannte Schlager wie „Rote Lippen soll man Küssen“ oder weniger bekannte und fast vergessene Stücke wie „Winter in Kanada“ dabei. Manfred Pohlmann bot den Zuhörern klassische Weihnachtslieder mit „Leise rieselt der Schnee“, „Bald ist Nikolaus Abend da“ oder „Es ist ein Ros entsprungen“ – ein lockerer und stets überraschender Mix.

Aber es wäre nicht Manfred Pohlmann wenn er einige Lieder auch im moselfränkischen Dialekt vortragen würde. So wie „De Niggeloos kommt heit zereck“ oder „Dä Josef well noa Bethlehem“. Zu jedem seiner Lieder konnte Pohlmann interessante Geschichten und Anekdoten witzig aber auch manchmal zum Nachdenken anregend beitragen. Im Lied „Mein Freund“ geht es um den Freund, der Weihnachten nicht mag, stets weg fährt um diesem Fest aus dem Weg zu gehen. Schließlich stellt er aber fest, dass er sich jedes Jahr trotzdem auf Weihnachten freut, denn er weiß, dass er dann wieder weg fährt.

Die Zuschauer konnten bei einigen von Pohlmanns Stücken mit Instrumenten den Künstler akustisch unterstützen. „Petit Garcon“ aus Frankreich, dem geliebten Urlaubsland von Manfred Pohlmann aufhält aber auch der Blues-Klassiker „Blue Christmas“ in Englisch begeisterten die Zuhörer sehr und zogen diese in ihren Bann.

Am Schluss bedankten sich die Gastgeber beim großartigen Künstler Manfred Pohlmann. Für den Förderverein der Facheinrichtung und die Naturfreunde Kettig überreichte Marmann eine Kiste Kettiger Apfelsaft. Dieser stammt von den Streuobstwiesen der Naturfreunde und von der „Elmar-Hillesheim-Wiese“ der FWS, bevor sich Pohlmann mit „Über den Wolken“ verabschiedete.

Terror zurückdrängen und bekämpfen

Berlin, 18. November 2015 – Zur aktuellen Debatte um Folgen und Ursachen des Terrors erklärt Michael Müller, Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands:

Die Welt ist aus den Fugen geraten. Fundamentalistische Ideologien haben sich mit den technischen Möglichkeiten des 21. Jahrhunderts verbunden. Doch der Schrecken der letzten Tage und Monate hat seine Ursachen vor allem in der Globalisierung, die zwar ökonomisch unerbittlich vorangetrieben, politisch aber nicht gestaltet wurde.

Mit der absehbaren Ressourcenknappheit werden sich die Konflikte weiter zuspitzen

Die wichtigsten Ursachen für Gewalt und Terror sind seit Jahrzehnten bekannt: Im Nahen Osten liegen rund zwei Drittel der weltweiten Ölreserven. Darum steht die Region seit Anfang des letzten Jahrhunderts im Zentrum der strategischen Interessen der Industriestaaten. Mit dem Aufstieg des Öls zur Weltmacht haben sich die Konflikte zugespitzt. Sie werden weiter eskalieren, weil der Höhepunkt der Ölförderung erreicht wurde. Mit der absehbaren Ressourcenknappheit prallen Interessen und Konflikte immer härter aufeinander.

Der Öl-Imperialismus will die undemokratischen Strukturen nicht ändern

Die Nahostregion war und ist eine Region des Öl-Imperialismus. Sie wurde über Nacht schwerreich, ohne dass es eine Entwicklung hin zu Demokratie und Gerechtigkeit gegeben hat. Bis heute sind feudalistische Strukturen vorhanden. Aber die Ölkonzerne, die reichen Scheichs wie auch die Industriestaaten haben kein Interesse daran, die Machtverhältnisse zu ändern. Insofern ist es verlogen, allein die fundamentalistischen Regime zu kritisieren, deren Entstehen auf den Öl-Imperialismus zurückzuführen ist. Reiche Staaten finanzieren den Terror, der aber erst durch die Stellvertreterkriege und die militärische Aufrüstung in Nahost möglich wurde.

Die Industriestaaten handeln verantwortungslos gegenüber der Dritten Welt

Ein weiterer Grund für Gewalt und Terror ist die Verantwortungslosigkeit der Industrienationen gegenüber der Dritten Welt. In der UNO werden bedeutungsschwere Resolutionen gefasst, aber in sozialen und ökologischen Fragen faktisch wenig getan. Die ökologischen Verwüstungen sind ein wichtiger Grund, warum Menschen entwurzelt werden und flüchten müssen. Diese sehen genau, wie wenig die Industrienationen tun, um Gerechtigkeit zu schaffen.

Unsere Gesellschaft bietet Migranten kaum Perspektiven

Und nicht zuletzt gibt es bis heute keine wirkliche Integrationspolitik. Vor allem die 2. und 3. Generation der Migranten hat zwar zum Teil eine gute Ausbildung, aber oft keine echte Perspektive. Für diese Menschen geht es nicht um Flucht, sondern um die schlechten Chancen,

die sie in den Industrienationen haben. Viele wohnen an den Stadträndern oder in überlasteten Wohnvierteln und werden zur Gesellschaft in der Gesellschaft.

Die Berichterstattung dreht sich um spektakuläre Ereignisse statt Ursachen

Die Fluchtursachen werden nicht aufgearbeitet, das bleibt seit vielen Jahren ein leeres Gerede. Tatsächlich geht es in den Berichterstattungen um das spektakuläre Ereignis und die schnellen Internetinfos. Da ist es auch nicht hilfreich, wenn Bundesinnenminister de Maizière in Pressekonferenzen von einer gewaltigen Gefährdung spricht, dann aber die Menschen mit diffusen Andeutungen allein lässt.

Hannover war keine Glanzleistung deutscher Politik, London hat es ungleich besser gemacht. Bei uns herrscht Mittelmaß. Terror und Gewalt können aber nur von einer Gesellschaft zurückgedrängt werden, die selbstbewusst und offen ist. Andernfalls lässt sie sich immer mehr in die Ecke drängen und verliert den freiheitlichen Kompass. Das dürfen wir nicht wollen.