Missionar beim Kulturstammtisch in Kettig

Missionar aus Afrika berichtet beim Kulturstammtisch

Einen ganz besondern Gast konnte der Kettiger Kulturstammtisch beim letzten Treffen
im Hotel Kaiser in Kettig begrüßen. Bruder Michael Schmitz von den Salesianern Don Boscos ist seit fast 25 Jahren Missionar in West Afrika in Ghana.
Beim Kulturstammtisch der 2013 von der Förder – und Wohnstätte und den Naturfreunden Kettig zur besseren Integration von behinderten Menschen in der Gesellschaft gegründet wurde, berichtete Bruder Michael von seinem Leben und seiner Arbeit in Afrika- Ghana.
Die Hauptaufgabe sieht der 58 Jährige heute darin den Kindern und Jugendlichen eine Schulische und berufliche Perspektive zu geben. So bauten die Salesianer Don Boscos in Ghana Schulen, Ausbildungsstätten mit Möglichkeiten der Freizeitgestaltung im Landes Inneren bei Sunyani und an der Küste in Ahaiman ca 30 km östlich von Accra, auf. Die Salesianer haben Weltweit ca 15000 Mitglieder nach den Jesuiten und Franziskanern der 3 größte Katholische Orden der Welt.
Dabei leben die meisten der Ordensbrüder und Schwestern in über 132 Ländern vor allem in Indien, Italien (Geburtsland des Gründers Don Bosco), Spanien, Polen, und Südamerika. In Deutschland sind derzeit ca. 350 Mitbrüder mit 1600 Angestellten aktiv.
Bruder Michael arbeitet und betreut Kinder und Jugendliche vor Ort. Sorgt dafür das sie eine Schulbildung, Freizeitmöglichkeiten wie Spielhallen bekommen oder eine Ausbildung machen können. Finanziert wird die Arbeit ausschließlich durch Spendengelder aus Europa und Amerika.
Ghana hat ca 26 Millionen Einwohner wo ca 71% den Christlichen Kirchen angehören. Die Mehrheit gehört den Protestantischen Glaubensrichtungen bzw den Pfingstkirchen, und Sekten an. 13 % sind Römisch-Katholisch und ca 17% werden dem Islam zugeordnet. Der Rest sind Naturreligionen oder Konfessionslos.
Obwohl es ein sehr armes Land ist muß keiner hungern, so der Missionar, die meisten Menschen in den Großstädten leben in Wellblechhütten und auf dem Land teils noch in Lehm oder auch Steinhäusern. Eindrucksvoll konnte Br. Schmitz mit Bildern den Zuhörern des gut besuchten Stammtisches aus der FWS und den Naturfreunden zeigen wie es in Ghana bei seiner Mission aussieht.
Die Arbeit mit Kinder und Jugendlichen haben es dem Salesianer immer schon angetan, bevor er 1993 nach Ghana ging, war er als Novize im Knabenheim Kemperhof in Bendorf – Sayn (Heute Heinrich Haus Neuwied). Trotz der vielen Not im Land will Br. Michael für immer in Ghana bleiben und sich weiter für die Kinder und Jugendlichen sich zu engagieren und einzusetzen.
Bei Kaffee und Kuchen hatten so die Besucher des Kulturstammtisches einen sehr schönen, informativen und interessanten Nachmittag.

Terror zurückdrängen und bekämpfen

Berlin, 18. November 2015 – Zur aktuellen Debatte um Folgen und Ursachen des Terrors erklärt Michael Müller, Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands:

Die Welt ist aus den Fugen geraten. Fundamentalistische Ideologien haben sich mit den technischen Möglichkeiten des 21. Jahrhunderts verbunden. Doch der Schrecken der letzten Tage und Monate hat seine Ursachen vor allem in der Globalisierung, die zwar ökonomisch unerbittlich vorangetrieben, politisch aber nicht gestaltet wurde.

Mit der absehbaren Ressourcenknappheit werden sich die Konflikte weiter zuspitzen

Die wichtigsten Ursachen für Gewalt und Terror sind seit Jahrzehnten bekannt: Im Nahen Osten liegen rund zwei Drittel der weltweiten Ölreserven. Darum steht die Region seit Anfang des letzten Jahrhunderts im Zentrum der strategischen Interessen der Industriestaaten. Mit dem Aufstieg des Öls zur Weltmacht haben sich die Konflikte zugespitzt. Sie werden weiter eskalieren, weil der Höhepunkt der Ölförderung erreicht wurde. Mit der absehbaren Ressourcenknappheit prallen Interessen und Konflikte immer härter aufeinander.

Der Öl-Imperialismus will die undemokratischen Strukturen nicht ändern

Die Nahostregion war und ist eine Region des Öl-Imperialismus. Sie wurde über Nacht schwerreich, ohne dass es eine Entwicklung hin zu Demokratie und Gerechtigkeit gegeben hat. Bis heute sind feudalistische Strukturen vorhanden. Aber die Ölkonzerne, die reichen Scheichs wie auch die Industriestaaten haben kein Interesse daran, die Machtverhältnisse zu ändern. Insofern ist es verlogen, allein die fundamentalistischen Regime zu kritisieren, deren Entstehen auf den Öl-Imperialismus zurückzuführen ist. Reiche Staaten finanzieren den Terror, der aber erst durch die Stellvertreterkriege und die militärische Aufrüstung in Nahost möglich wurde.

Die Industriestaaten handeln verantwortungslos gegenüber der Dritten Welt

Ein weiterer Grund für Gewalt und Terror ist die Verantwortungslosigkeit der Industrienationen gegenüber der Dritten Welt. In der UNO werden bedeutungsschwere Resolutionen gefasst, aber in sozialen und ökologischen Fragen faktisch wenig getan. Die ökologischen Verwüstungen sind ein wichtiger Grund, warum Menschen entwurzelt werden und flüchten müssen. Diese sehen genau, wie wenig die Industrienationen tun, um Gerechtigkeit zu schaffen.

Unsere Gesellschaft bietet Migranten kaum Perspektiven

Und nicht zuletzt gibt es bis heute keine wirkliche Integrationspolitik. Vor allem die 2. und 3. Generation der Migranten hat zwar zum Teil eine gute Ausbildung, aber oft keine echte Perspektive. Für diese Menschen geht es nicht um Flucht, sondern um die schlechten Chancen,

die sie in den Industrienationen haben. Viele wohnen an den Stadträndern oder in überlasteten Wohnvierteln und werden zur Gesellschaft in der Gesellschaft.

Die Berichterstattung dreht sich um spektakuläre Ereignisse statt Ursachen

Die Fluchtursachen werden nicht aufgearbeitet, das bleibt seit vielen Jahren ein leeres Gerede. Tatsächlich geht es in den Berichterstattungen um das spektakuläre Ereignis und die schnellen Internetinfos. Da ist es auch nicht hilfreich, wenn Bundesinnenminister de Maizière in Pressekonferenzen von einer gewaltigen Gefährdung spricht, dann aber die Menschen mit diffusen Andeutungen allein lässt.

Hannover war keine Glanzleistung deutscher Politik, London hat es ungleich besser gemacht. Bei uns herrscht Mittelmaß. Terror und Gewalt können aber nur von einer Gesellschaft zurückgedrängt werden, die selbstbewusst und offen ist. Andernfalls lässt sie sich immer mehr in die Ecke drängen und verliert den freiheitlichen Kompass. Das dürfen wir nicht wollen.