Flüchtlingskrise und die Nette standen im Vordergrund

Bei der diesjährigen Mitgliederversammlung der NaturFreunde Kettig konnte sich der Vorsitzende Oliver Hartmann über eine gut besuchte Versammlung freuen.
Nach der Begrüßung, der Feststellung der Beschlussfähigkeit, und des Totengedenken, konnte Hartmann in seinem Jahresrückblick von vielen Veranstaltungen und Aktivitäten berichten. Dabei stand auch für die Naturfreunde die 1100 Jahr Feier der Gemeinde Kettig im Vordergrund. Oliver Hartmann berichtet von den Feierlichkeiten der Gemeinde Kettig zur 1100 Jahr Feier sowie von der Historischen Ortsführung durch den Ortskern der Gemeinde mit Ortschronist Gerhard Elingshäuser. Weiter wurde der Lavadom und Lavakeller in Mendig besichtigt, eine Moschee in Koblenz besucht sowie das Bimsmuseeum in Kaltenengers. Der Vorsitzende berichtet über die seit 24 Jahren durchgeführte Vogelstimmenwanderung, die Teilnahme am Herbst und Handwerker Markt, und die immer sehr gut angenommene Pilzwanderung die von Pilzkennerin Steffi Shirazi geleitet wurde. Bei der Apfelsammlung auf der Streuobstwiese gemeinsam mit der Förder und Wohnstätte konnten wieder über 2 Tonnen Äpfel gesammelt und zum Naturtrüben Kettiger Apfelsaft gepresst werden. Das erstmals durchgeführte Adventskonzert mit Mundartsänger und Liedermacher Manfred Pohlmann in der FWS Kettig erfreute sich ebenfalls großem Interesse.
Hartmann erläutere den Mitgliedern und Gästen die Aktivitäten des Kulturstammtisches und berichtet über die 2015 neu beschlossene Satzung und den damit geänderten Vereinsnamen.

Bei den anschließenden Rechenschaftsbericht der Kassiererin Silvia Nesseler konnte diese einen positiven Kassenstand vorlegen. Durch die Anschaffung von neuen Vereins Poloshirts gab es ein kleines Minus im Vergleich zum Vorjahr.
Dr. Rüdiger Kape erläutert anschließend die Pflege und Erhaltungsschnitte der Bäume auf der Streuobstwiese, bevor Claudia Hartmann von der Betreuung des Rhein-Burgen-Wanderweges berichtet.
Stellvertretend für die entschuldigte Kassenprüferin Anja Müller, beantragte Frau Hartmann die Entlastung von Vorstand und Kasse die auch Einstimmig erteilt wurde.
Bei den jährlichen Vorstandswahlen gab es keine Veränderungen, der alte Vorstand wurde komplett wieder gewählt mit dem Vorsitzenden Oliver Hartmann, 2. Vorsitzende Beata Hillesheim, Schriftführerin Julia Müller, Kassiererin Silvia Nesseler sowie den beiden Beisitzern Karin Hartmann und Friedhelm Schmidt.
Ebenfalls wurde Anja Müller und Claudia Hartmann als Kassenprüfer gewählt, und als Delegierte für die Landeskonferrenz der Naturfreunde Rheinland-Pfalz in Kettig im April 2016, wurden Achim Theisen und Jasminka Strempel gewählt.
Bei der Vorstellung des neuen Programmes verwies der neue wiedergewählte Vorsitzende Oliver Hartmann auf das im Rahmen der Landeskonferenz stattfindende Vereinsjübiläum zum 25 jährigen bestehen der NaturFreunde Kettig am 23 April im Bürgerhaus Kettig mit Zahlreichen Ehrengästen und auftretenden Künstlern.
Hartmann warb dann für die Feierlichkeiten am Internationalen Frauentag den die Naturfreunde am 5. März im Kettiger Vereinshaus gedenken wollen mit dem aktuellen Thema „geflüchtete Frauen in Deutschland“. Die beliebte Vogelwanderung gibts dann zum 25. jährigen Jubiläum gleich 2mal. Einmal am 1. Mai an der Nette und einmal in Kettig am frühen Abend mit Abschluss im Hotel Kaiser. Weiter sind eine Planwagenfahrt auf der Schmidtenhöhe, eine Führung im Permakulturgarten und die Teilnahme am 4. Kettiger Weihnachtsmarkt geplant.

Beim diesjährigen Referat von Achim Theisen berichtet dieser in seiner Power-Point Präsentation von der Entwicklung der ehem. Flusslandschaft Nette seit 2008 bis heute. Dabei konnte Theisen durchaus ein insgesamt positives Fazit von der Entwicklung der Nette ziehen. Trotz mehrerer erheblicher Wasserverschmutzungen hat sich die Nette im unteren Bereich wieder soweit erholt, dass der Lachs das Gewässer auf natürliche Weise als Brutgewässer annimmt. Achim Theisen verwies dennoch drauf dass trotz der Rückbaumaßnahmen an den div. Wehren und Wassermühlen eine komplette Durchgängigkeit für die Fische noch nicht gewährleistet sei. Ein großes Potential an Laichhabitaten ist somit für die aus dem Meer hochwandernden Fischarten nicht erreichbar. Diese Um- oder Rückbaumaßnahmen gehen leider viel zu langsam vonstatten aber immerhin ist die Nette hier auf dem richtigen Weg. Hartmann dankte Theisen nach seinem Referat mit einem Präsent.

Am Schluss der Versammlung wurde dann das Thema Flüchtlingskrise und die damit verbundenen Probleme in einer Stellungnahme vom Vorsitzenden dargelegt.
Dabei war es Oliver Hartmann wichtig klar zu machen das es sich hier in erster Linie um in großer Not geratene Menschen handelt die zu uns kommen. Dies allein sei aus Sicht des Vorsitzenden schon allein Grund genug um sich Aktiv an der Hilfe für die Geflüchteten zu beteiligen. Dies tun die Naturfreunde seit einiger zeit vor allem auch in Kettig. Mit dem allernötigsten wie warme Kleidung, Bettwäsche oder Töpfen, helfe man schnell und unbürokratisch. Es geht hier nicht darum Politik zu machen sondern vor Ort sich ein eigenes Bild vom Zustand der Geflüchteten zu holen und dann entsprechend zu helfen. Man frage nicht woher die Menschen kommen oder warum sie hier sind, dass so Hartmann, ist Aufgabe der Politiker.
Uns geht es in erster Linie um menschliche humanitäre Hilfe vor Ort. Hartmann verwies darauf das auch die die aus den so genanten „sicheren“ Drittstaaten kommen, dort unmenschliche und Lebensbedrohliche Zustände herrschen. Und auch diese Menschen ein recht auf Hilfe haben. Der Vorsitzende warnte davor zu pauschalisieren oder Angstmacherei und Fremdenhass zu verbreiten. Dies habe sich in der Geschichte Deutschlands noch nie bewährt so Hartmann. Man dürfe die in Todesangst flüchten, und mit nichts kommen, nicht in „guter“ Flüchtling oder „böser“ Flüchtling einstufen. Die Gewaltbereiten und straffälligen jedoch müssten auf jedenfalls schnellst möglich abgeschoben werden. Am Schluss seiner Ausführungen appellierte er an die Politik, endlich angemessen zu handeln, mehr auf Einzel Schicksale ein zu gehen und mit mehr Menschlichkeit zu entscheiden ob jemand wirklich in Not ist und hier bleiben darf oder auch nicht.
Hartmann bedankte sich in seinem Schlusswort bei allen Mitgliedern und Gästen sowie allen Unterstützen für Ihr kommen mit dem Naturfreunde Gruß „Berg Frei“.